Blackbird
von Matthias Brandt
Bühnenfassung von Mona vom Dahl und Ruth Langenberg
Premiere: 12. November 2022
Ab 13 Jahren
Junges Staatstheater Karlsruhe
Jung sein bedeutet, alles zum ersten Mal erleben! Das erste Mal verliebt sein, sich zum ersten Mal im Rausch befinden, das erste Mal alleine mit Freund*innen in den Urlaub fahren. Vielleicht auch das erste Mal Geldsorgen haben und Konflikte der Eltern aushalten müssen. Krankheit und der Tod des besten Freundes aber sind nichts, womit man rechnen muss, wenn man 15 ist. Oder?
Als Motte erfährt, dass Bogi schwer krank ist, verändert sich seine Welt schlagartig. Vor allem gehört Bogi plötzlich nicht mehr richtig dazu. Er ist jetzt getrennt von allen anderen in seiner eigenen Krankenhauswelt und Motte weiß nicht, wie er sich verhalten, was er sagen oder auch nur fühlen soll. Und dann rollt mit Jacqueline Schmiedebach auf ihrem Hollandrad schon die nächste Erschütterung heran.
Matthias Brandt gelingt mit seinem Debütroman eine ebenso schmerzhafte wie komische Erzählung vom Umgang mit Krankheit und Tod, wenn das Leben doch eigentlich gerade erst richtig anfängt. Regisseurin Ruth Langenberg nutzt die Monologsituation im Theater, um mit Schauspieler Constantin Petry die Einsamkeit des Protagonisten unter Menschen auszuloten und um künstlerisch zu erproben, inwieweit Ängste und Trauer geteilt werden können und wo in der Gemeinschaft Trost liegt.
Es spielt: Constantin Petry
Bühne & Kostüme: Christian Hofmann
Dramaturgie: Mona vom Dahl
Theaterpädagogik: Pascal Grupe, Miriam Ruoff
Regieassistenz und Abendspielleitung: Nora Klaus
Fotos: ©Arno Kohlem
Pressestimmen:
«Matthias Brandt, Sohn von Willy Brandt und bekannter Fernsehschauspieler, hat in seinem flotten Debütroman „Blackbird“ diese Geschichte aufgeschrieben, die Motte in der Ich-Perspektive erzählt. Regisseurin Ruth Langenberg und Dramaturgin Mona vom Dahl haben jetzt eine noch flottere Bühnenfassung erstellt, die am Samstag Premiere hatte. Constantin Petry spielt darin nicht nur Motte, sondern auch alle anderen Rollen […]. Petry charakterisiert sie genau, vor allem aber Mottes emotionales Durcheinander als pubertärer Junge.
Verliebtsein und Sterben, Freundschaft und Trennung bringen Mottes Innenleben komplett durcheinander, und die Regie von Langenberg lässt ihn seine Unsicherheiten mit viel Verve und Engagement ausspielen, die nur manchmal etwas übertrieben wirken. Das Bühnenbild besteht aus drei Holztürmen, die er herumschiebt, und vielen Umzugskisten, die Petry herumwirbeln und durchwühlen muss. Genauso wird auch Petry herumgewirbelt: wühlt in seinen Gefühlen, verzweifelt mal still, mal schreiend und bringt auch die schnoddrige Jugendsprache der 1970er-Jahre, in denen Roman und Stück spielen, passend auf die Bühne. Drückt die Trauer um Bogi und seine Wut über seinen Tod ebenso prägnant aus wie Mottes Rückkehr ins Leben, als er vorm Erdloch mit der Urne sitzt.»
(Badische Neuste Nachrichten, 14.11.2022)